Die Priorität für die Ganztagsbetreuung an unseren Grundschulen wird durch die Priorisierung der geplanten Investitionsmaßnahmen indirekt festgelegt. Sie soll die in der Ratssitzung im Februar 2026 beschlossen werden. Die Astrid- Lindgren- Schule in Kirchdorf, die Wilhelm- Busch- Schule in Hohenbostel, die Ernst- Reuter- Schule in Egestorf und die Albert- Schweitzer- Schule in Großgoltern sind in die Planungen für die kommenden 10 Jahren aufgenommen. Die Wählergemeinschaft Aktiv Für Barsinghausen begrüßt und unterstützt dieses. Das ist ein großer Schritt in die richtige Richtung!
„Wir sind jedoch erschrocken darüber, dass gerade die Adolf- Grimme- Schule in der Prioritätsklasse B gelandet ist“, äußert sich die Fraktionsvorsitzende Kerstin Beckmann verständnislos. „Es ist angekündigt, dass für die Investitionen dieser Priorität die eine Aufnahme der Planungen erst nach 2037 soll“, ergänzt Beckmann. Hiermit ist die AFB-WG Fraktion keinesfalls einverstanden und hat daher den folgenden Antrag formuliert:
Der Rat möge beschließen:
Die Position „Grundschulganztagsentwicklung der Adolf- Grimme- Schule“ wird in der Priorisierung der Investitionsmaßnahmen in die Kategorie A eingeordnet.
Begründung der Priorität für die Ganztagsbetreuung
Die Adolf Grimme Schule wurde aufgrund ihrer besonderen sozialen Herausforderungen in das Startchancen Programm von Bund und Land aufgenommen. Dieses Programm verfolgt das Ziel, Schulen mit erhöhtem Unterstützungsbedarf durch bessere Lernbedingungen, moderne pädagogische Konzepte und eine zeitgemäße Infrastruktur nachhaltig zu stärken. Damit diese Förderung ihre volle Wirkung entfalten kann, müssen die räumlichen Voraussetzungen zeitnah geschaffen werden.
Die derzeitige Planung sieht jedoch vor, lediglich einen geringen Ansatz von 1,3 Mio. € für kleinere Baumaßnahmen bereitzustellen. Die für die Ganztagsentwicklung notwendigen Investitionen in Höhe von rund 12,5 Mio. € werden jedoch erst nach 2037 realisiert. Eine solche Verschiebung ist sowohl bildungspolitisch als auch wirtschaftlich nicht vertretbar.
1. Fehlende räumliche Voraussetzungen gefährden die Wirksamkeit des Startchancen Programms
Das Programm ist auf zehn Jahre angelegt und hat zum Ziel, dass Schulen ihre pädagogischen Konzepte umsetzen können. Hierzu gehören insbesondere Rhythmisierung, Lernlandschaften und Ganztagsstrukturen. Ohne entsprechende Räume können zentrale Elemente des Programms nicht realisiert werden. Die Stadt würde damit eine Förderung annehmen, deren Wirkung sie selbst strukturell begrenzt.
2. Provisorien verursachen zusätzliche und nicht nutzbare Kosten
Ohne zeitnahe Ganztagsräume müssen Übergangslösungen geschaffen werden – etwa Container, Ausweichräume oder Zwischenumbauten. Diese Investitionen fließen nicht in die endgültige Infrastruktur ein und belasten den Haushalt zusätzlich ohne langfristigen Nutzen.
3. Die wirtschaftliche Chance liegt in der zeitnahen Umsetzung
Zwar werden Sanierungsmaßnahmen nicht direkt aus dem Startchancen‑Programm finanziert, jedoch können Mittel aus dem Programm nur dann wirksam in Maßnahmen zur Verbesserung der Lernbedingungen eingesetzt werden, wenn die räumlichen Voraussetzungen vorhanden sind oder beides zumindest ineinandergreift.
Eine spätere Umsetzung der Baumaßnahmen hätte mehrere Nachteile:
- Die Stadt verzichtet über Jahre hinweg darauf, die pädagogischen und strukturellen Verbesserungen des Programms voll auszuschöpfen.
- Steigende Baukosten führen dazu, dass der kommunale Eigenanteil bei einer Umsetzung nach 2037 voraussichtlich ohne jegliche Förderung deutlich höher ausfallen wird.
- Die Verzögerung schwächt die Wirkung der laufenden Förderung, da pädagogische Konzepte ohne passende Räume nur eingeschränkt umgesetzt werden können.
4. Die Bedeutung der Adolf- Grimme- Schule für Barsinghausen erfordert eine Priorisierung
Die AGS ist eine zentrale Schule im Stadtgebiet und trägt wesentlich zur sozialen Integration und Chancengerechtigkeit bei. Eine Verzögerung der Ganztagsentwicklung verschärft bestehende Problemlagen, mindert die Attraktivität der Schule und wirkt sich negativ auf die gesamte Bildungslandschaft Barsinghausens aus.
5. Politische Glaubwürdigkeit und Verantwortung gegenüber Eltern, Kindern und Lehrkräften
Mit der Aufnahme in das Startchancen Programm wird der AGS eine besondere Bedeutung zugeschrieben. Es ist politisch kaum vermittelbar, dass die Stadt diese Anerkennung annimmt, gleichzeitig aber die dafür notwendigen strukturellen Maßnahmen um mehr als ein Jahrzehnt verschiebt. Eine Priorisierung in Kategorie A zeigt, dass Barsinghausen die Verantwortung ernst nimmt und die Förderung zielgerichtet unterstützt.
Insgesamt ist eine zeitnahe Umsetzung der Ganztagsentwicklung der Adolf- Grimme- Schule sowohl pädagogisch notwendig als auch wirtschaftlich geboten. Die Einordnung in die Kategorie A stellt sicher, dass die Stadt Barsinghausen die Chancen des Programms voll ausschöpft und langfristig Kosten vermeidet.
Mehr über unser Engagement Priorität für die Ganztagsbetreuung:
radikale Priorität für die Grundschulen
Ganztag in der Adolf-Grimme-Schule

