Die Ratssitzung am vergangenen Donnerstag, d. 13.11.2025, hat inhaltlich wichtige Entscheidungen für die Barsinghäuser Innenstadt gebracht. Gut, dass es dazu gekommen ist. Das könnte die Demokratie in Barsinghausen stärken! Dennoch gab es Licht und Schatten in der Art und Weise des Umgangs miteinander.
Einmütig haben sich alle Ratsmitglieder für
- den Begegungsplatz in der Glockenstraße in Kooperation mit dem Seniorenrat,
- die Erhaltung und Aufwertung des Parkplatzes am Volkers Hof,
- die Stärkung der Aufenthaltsqualität des Weidengrundstücks auf dem Spiel- und Verweilmöglichkeiten ebenso geschaffen werden sollen, wie ein Ort des Gedenkens an jüdisches Leben in unserer Stadt
ausgesprochen.
Auch die Bebauung der Apfelbaumwiese ist geplant. Dies in Abstimmung mit Entwicklungen am Eingangsbereich der Marktstraße. Hier zusammen mit Grundstücken um die Stadtsparkasse und der möglichen Ansiedlung eines kleineren Supermarktes. Das wurde auf unseren Antrag hin einstimmig beschlossen.
„Die breite Mehrheit des Rates spricht dafür, dass diese Maßnahmen mittel und langfristig verfolgt und umgesetzt werden“, freut sich Fraktionssprecherin Kerstin Beckmann der Wählergemeinschaft Aktiv Für Barsinghausen, AFB-WG.
Um Demokratie in Barsinghausen zu stärken müssen wir kultiviert streiten können
Einziges Streitthema des Konzeptes zur Innenstadtentwicklung war das Fachwerkhaus am Thie, Marktstraße 18. Dabei wurden inhaltliche Argumente vielfältig z.T. auch emotional aber sachlich geäußert. „Das finden wir großartig“, kommentiert Beckmann. Demokratie lebe vom Einsatz möglichst vieler engagierter unterschiedlicher Ratsmitglieder, einer lebendigen Debatte und davon, dass Sachfragen möglichst differenziert diskutiert werden, um die beste Lösung zu finden. „Das darf dann auch mal eine Stunde zu einem wichtigen Thema dauern- eine Sternstunde der Demokratie und Debattenkultur“, meint die Sprecherin.
Auch die differenzierte Abstimmung gehört abschließend dazu, durch die Ratsmitglieder die Verantwortung für ihre Entscheidung übernehmen und dies wird dann ggf. auch in Protokollen festgehalten und dokumentiert.
Eine differenzierte Abstimmung heißt, dass Abstimmungen zu unterschiedliche Punkten auch, wenn gewünscht, getrennt erfolgen. Ein guter demokratischer Brauch einem solchen Antrag egal welcher Fraktion zuzustimmen, um unterschiedlichen Meinungen Geltung zu verschaffen. „Dies gebietet der Anstand unter Demokratinnen und Demokraten ebenso wie z.B. die Zustimmung zum Beratungsbedarf einer Fraktion“, erläutert AFB-WG Fraktionskollege Thomas Struß.
Als ein solcher Antrag in der Ratssitzung zur Abstimmung über das Fachwerkhaus kam, wurde es in der demokratischen Kultur dunkler. Demokratie in Barsinghausen mit Licht und Schatten!
Mit den Stimmen von SPD und Grünen wurde er ohne eine inhaltliche Begründung abgelehnt. Ein solches Verhalten hat für die AFB-WG zwei zweifelhafte Aspekte: 1. würden die in der Demokratie zu schützenden Minderheitenrechte beschnitten. 2. würden mögliche Zweifler in den eigenen Reihen hart in die Fraktions- und Parteiendisziplin gezwungen.
Demokratische Werte statt Spaltungspotenzial
„Ein solches Verhalten führt nicht dazu, demokratische Werte zu fördern sondern birgt Spaltungspotential“ bedauert Struß. Auch abwertende Redebeitragseröffnung, wie „Sie haben das wohl nicht richtig gelesen“ aus den Reihen der SPD zielen aus seiner Sicht eher auf die persönliche Abwertung der Ratskolleginnen und Kollegen ab, als auf einen respektvollen Umgang auf Augenhöhe.
Die Wählergemeinschaft AFB-WG bedauert diese Entwicklung im Rat der Stadt Barsinghausen, distanziert sich ausdrücklich von Ausgrenzung und Abwertungen von Ratskolleginnen und Kollegen und sorgt sich um weitere Eskalationen angesichts bevorstehender Wahlkämpfe.
Demokratie in Barsinghausen stärken!

